Zähne und ihre Gesundheit ist seit vielen Jahren ein Thema, das mich beschäftigt. Siehe auch Blog „Karies, Kiefer und Zahnärzte“ vom April 21. Scheinbar bin ich nicht die Einzige. Immer wieder führt das Gespräch zu den Zähnen, egal ob es dabei um Erwachsene oder Kinder geht. Darum hier weitere Erfahrungen von mir.
Wie in allen Lebensbereichen bin ich auch bei den Zähnen auf die Suche des Natürlichen gegangen. Zahnhygiene, -vorsorge und -erhaltung wird von Dogmen dominiert, wie so ziemlich alle anderen Lebensbereiche. Es gilt als völlig normal, respektive selbstverständlich, mindestens einmal jährlich zum Zahnarzt zu gehen für eine Kontrolle, Dentalhygiene und Röntgenbilder, um Abweichungen und Unsichtbares zu erkennen. In der Schweiz werden die Eltern zu einer obligatorischen Untersuchung ihrer Kinder aufgefordert, an der sich der Staat finanziell beteiligt.
Bei den Vorsorge-Untersuchungen wird dann oft eine ordentliche Portion Angst & Sorge geschürt. Zahnstein kann Karies verursachen, Karies muss sofort behandelt, respektive repariert werden, Zähne müssen weiss sein und in Reih und Glied stehen, es muss genügend Platz geschaffen werden für die bleibenden Zähne. Dafür muss vielleicht auch mal ein gesunder Zahn weichen. Dunkle Stellen, die beobachtet werden sollen. Scheinbar nicht sorgfältig genug geputzte Zähne… Du kannst deine eigenen Zahn-Themen dazufügen und es kommt ein gruseliger Cocktail zu Stande, der so richtig in Angst und Schrecken versetzt. Kommt dir bekannt vor?
Die Frage, die ich mir stelle: Ist das nötig? Oder was können wir tun oder auch lassen, um ganzheitlich gesund zu bleiben?
Wie bei allen Themen, kann sich jeder Mensch für den normalen, sprich gängigen Weg oder für eine Alternative entscheiden. Es ist nie zu spät, die Verantwortung für sich und seine Kinder zu übernehmen und eigene Wege zu gehen.
In den vergangenen Jahren hat mich immer wieder das Gefühl beschlichen, dass dieser ganze Zirkus um die Zähne unnatürlich ist. Darum habe ich auch immer wieder Neues ausprobiert, erfahren, erkannt.
Eine Frage der Angst
Bei der Dentalhygiene hatte ich über die Jahre immer ein merkwürdiges Gefühl. Ist es wirklich gesund und vorallem natürlich, die Zähne einmal im Jahr vom Zahnstein und Verfärbungen zu befreien? Oder ist das einfach ein Standard, der irgendwer irgendwann einmal gesetzt hat? Wie kann ich selber für meine Zähne sorgen, damit sie und mein ganzer Organismus gesund bleiben?
Ich habe gemerkt, dass alles, was die jährlich Zahnarztkontrolle betrifft, mit Angst zu tun hat. Ich muss nämlich erst mal Angst davor haben, dass ich Karies habe oder kriege, dass mein Zahnfleisch krank sein könnte, dass ich die Zähne nicht richtig putze oder die Zähne nicht so wachsen, wie sie sollten (aus wessen Sicht überhaupt?).
Unsere Kinder wachsen naturnah in authentischem Umfeld auf, wurden lange gestillt und mit viel (rohem) Gemüse gefüttert. Wir kümmern uns um die Ernährung, achten darauf, dass Zwischenmahlzeiten nicht kariös sind, trinken kaum Süssgetränke. Unsere Zähne pflegen wir täglich achtsam. Dennoch hatten alle unsere Kinder bereits in jungen Jahren dunkle Stellen an den Zähnen und über die Zeit haben sich Karieslöcher in den Milchzähnen gebildet. Bei den älteren Kindern haben wir die Löcher behandeln lassen. Die Jüngeren waren jedoch lange nicht bereit, ihren Mund zu öffnen beim Zahnarzt. Wir als Eltern (und Zahnärzte und -gehilfen) wollen es dann meistens besser wissen. Die Drohung, dass der Zahn bald zu schmerzen anfangen wird und es dann noch unangenehmer sein wird, ist viel zu theoretisch für ein Kind. Noch nicht lange ist es her, als wir zu viert (!) – ohne die Geschwister mitzuzählen – dennoch versucht haben, unsere Jüngste (6) dazu zu bewegen, ihren Mund beim Zahnarzt zu öffnen. Da stellt sich mir schon die Frage, wie logisch es für sie ist, eine unbekannte Prozedur, die scheinbar alle fürchten, über sich ergehen zu lassen. Zumal sie nicht einmal Schmerzen hatte. Oder glauben wir ernsthaft, dass unsere Kinder die Zahnarzt-Tragödien und -Traumen, die wir alle erlebt haben, nicht spüren?
Schenkt man unserem Zahnarzt Glauben, geht Karies nicht von den Milchzähnen auf die bleibenden Zähne über. So ist auch dieser Grund vom Tisch.
Die Argumente sind also bestenfalls schwach, wenn uns bewusst wird, dass wir keine Ahnung haben, was richtig oder falsch ist.
Alternativ oder ergänzend zum Bohren und zur regelmässigen DH benützen wir täglich die Munddusche und Interdental-Bürsten oder auch mal Zahnstocher und Zahnseide, um die Löcher und Zwischenräume zu reinigen. Zudem sind wir mit einem Zahn-Serum mit Hydroxylapatit (HAP) am Experimentieren. HAP ist ein Mineral, aus dem scheinbar der grösste Teil des Zahnschmelzes besteht. Gerade erfahren wir auch, wie viel die Atmung, sowie das Schluck- und Kauverhalten mit der Zahn- und Kiefergesundheit zu tun hat. Diese Reflexe haben möglicherweise einen enormen Einfluss auf Karies, Kiefermuskeln und Zahnstellung. Mehr dazu in einem nächsten Blog.
Abwarten und Tee trinken?
Nach mehreren Jahren hat sich unser 9-Jährige von sich aus entschieden, dass er das inzwischen ziemlich grosse Kariesloch behandeln lassen möchte. Er hat dabei erfahren, dass es möglicherweise weniger aufwändig und schmerzhaft ist, wenn ein Loch zukünftig früher behandelt wird. Voilà!
Wie es bei unserer Jüngsten verlaufen wird, wissen wir nicht. Ein weiteres, interessantes Übungsfeld. Denn sie hat in unserer Familie mit Abstand am meisten kariöse Stellen und Löcher an ihren Milchzähnen.
Seit nahezu zwei Jahren hat ein Teil unserer Familie angefangen, die Zähne mit Swak/Swing (Solo Prophylaxe von Ralf Petersen) und Interdental Bürsten zu reinigen. Sie ist der natürlichen, scheinbar jahrtausendalten Zahnpflege nachempfunden.
Was, wenn die klassische Zahnpflege mit einer herkömmlichen Zahnbürste, agressiven Zahnpasten und regelmässiger DH im besten Fall nicht förderlich für die Zahngesundheit – insbesondere für die Zahnhälse und das Zahnfleisch – ist?
Bleiben wir doch dabei, alles zu hinterfragen. Ganz besonders die Dinge, welche wir bis jetzt als Selbstverständlich und Unumstösslich angesehen haben.
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