Die Zahngesundheit beschäftigt mich immer wieder. Zwei Blogs gibt es bereits von mir zu diesem Thema, im April ’21 und Februar ’26. Heute kommt ein neuer Aspekt dazu:
Was, wenn grundlegende Verhalten wie Atmung, Kauen und Schlucken einen Einfluss auf unsere Zahn- und Kiefergesundheit haben – und uns auch noch schöner machen?

Über den Newsletter von Maria Kageaki habe ich bereits die SOLO-Prophylaxe von Ralf Peterson kennengelernt. Vor einer Weile habe ich nun in einem Interview mit Dr. Mike Mew zum ersten Mal von „mewing“ gehört.

Zusammengefasst geht es darum, dass wir allzu oft mit offenem Mund rumlaufen, durch den Mund atmen und kaum mehr kauen. Diese Kombination führt dazu, dass unsere Kiefermuskeln zu wenig ausgebildet sind, unser Zahnbogen zu eng wächst und unser Gesicht regelrecht runterfällt. So kommt es, dass viele Menschen eine Gesichtsform ohne ausgeprägten Kiefer und mit Schlupfkinn haben (Zeichnung „Start“). Dies entspricht einerseits nicht unserem Schönheitsideal (Zeichnung „Finish“). Anderseits führt es zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen.

Zum Beispiel zu Platzmangel für unsere Zähne. Weisheitszähne und andere gesunde Zähne werden gezogen, die dann vielleicht später im Leben fehlen. Zudem führt Mundatmung zu allerlei Unwohlsein, Energiemangel, chronischen Hals-Nasen-Problemen, Schlafprobleme, Schnarchen und mehr.

Ich habe selber die Erfahrung gemacht, was für Folgen die Mundatmung hat. Bis ich 25 Jahre alt war, habe ich hautsächlich durch den Mund geatmet. Noch heute erinnere ich mich an die eiligen Velofahrten zum Bahnhof. Vollkommen ausser Atem mit einem trockenen Hals, Stechen in der Brust und erschöpft, wie nach einem Marathon, sprang ich auf den Zug. Ich brauchte jeweils eine ganze Weile, bis ich mich erholt hatte. Im Winter war es noch schlimmer, da die kalte Luft ungefiltert in den Hals und in die Lunge drang. Natürlich wurde mir als Kind auch eine Töggelispange wegen engem Zahnbogen verpasst.

Wir haben gerade sehr viel Zeit und Geld in einen Activator für eines unserer Kinder investiert. Wenn wir das bei unseren anderen Kindern mit Sensibilisieren und Steps-Training (Schritte zählen während der Atem angehalten wird) vermeiden können, ist es ein Versuch wert. Die Übungen sind spielerisch und logisch, darum sind sie für Kinder jeden Alters interessant. Und die jungen Erwachsenen (auch die älteren…) könnten an der Idee gefallen finden, noch attraktiver auszusehen 😉

Dr. Mew erklärt alles diesem Video, auch erste Übungen: Mewing Guide. Zudem ist das Büchlein „Buteyko meets Dr. Mew“ hilfreich. Insbesondere für Kinder und Jugendliche. Leider ist es bei Exlibris nicht mehr lieferbar. Vielleicht fragst du in deiner lokalen Bücherei danach?

Wenn du im Internet nach „Mewing“ suchst, findest du viele Ergebnisse. Natürlich auch von solchen, die es übertrieben haben oder sich negativ äussern. Für mich hört es sich einfach logisch an, dass die Kiefermuskeln trainiert werden müssen (durch Kauen, richtiges Schlucken und Atmen). Genauso, wie die Augenmuskeln trainiert werden können. Oder die Rückenmuskeln. Oder der Bizeps… Es sind weitere Muskeln, die durch unseren modernen Lebenswandel erschlaffen, weil nicht regelmässig gebraucht. Natürlich können wir mit Spangen, Operationen und anderen Eingriffen alles auf scheinbar bequemere Art richten. Aber ist es dann auch nachhaltig und ganzheitlich?

Also wenn durch die konsequente Nasenatmung die allgemeine Gesundheit, das Energielevel, die Zahnstellung und das Aussehen verbessert werden kann – wieso nicht ausprobieren? Was meinst du dazu? Hinterlasse gerne deinen Kommentar.